Bat out of Hell - DerKultur.blog
Stage Oberhausen

Backstage-Führung im Metronom Theater Oberhausen, Musical Bat out of Hell

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Am Freitagabend waren wir erstmals im „Bat out of Hell-Musical“ in Oberhausen. Unseren Beitrag zum Musical könnt ihr hier lesen. An der Abendkasse hab ich zufällig einen Hinweis gesehen, dass Samstag und Sonntag vor der Nachmittagsshow Backstageführungen angeboten werden. So ein Blick hinter die Kulissen ist ja immer was Besonderes. Also spontan gefragt, ob kurzfristig noch Plätze frei sind. Und tatsächlich haben wir vier für den nächsten Tag um 11:00 Uhr noch Tickets für 18 Euro pro Erwachsener bekommen.


Dieses Ticket mussten wir leider gleich beim Einlass zur Backstageführung wieder abgeben. Warum auch immer. Zumindest wurde es gegen einen „Backstagepass“ mit Keyholderband von Stage getauscht, den wir als Andenken auch mit nach Hause nehmen dürften.


Unsere Gruppe bestand aus 12 Personen, von denen die meisten das Musical bereits besucht hatten, und 2 Mitarbeiterinnen von Stage, die die Backstage-Führungen durchführen bzw. betreuen. Bevor es los ging mit der 60-minütigen Führung konnten wir unsere Jacken und Taschen kostenlos an der Garderobe abgeben und uns frei im imposanten Foyer (über 2.300 Quadratmeter) des Metronom Theaters umschauen.


In Ruhe die Merchandising-Artikel im Shop begutachten und Fotos vor der „Bat out of Hell-Logo-Wand“ machen. Leider ist die Wand beleuchtet, keine idealen Voraussetzungen für Fotos, da die Personen vor der Wand dadurch einfach dunkler sind.

Für das aktuelle „Bat out of Hell-Musical“ wurden einige Umbauten im Stage-Metronom Theater durchgeführt. Vom Tarzan-Dschungel in knapp 6 Wochen in die Endzeitstimmung einer Stadt namens Obsidian. Aber nicht nur die Bühne des Metronom Theaters hat sich in eine postapokalyptische Welt verwandelt, es gab noch weitere Umbauten.

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So wurde z.B. das Mischpult vom Tontechniker, wie bei einem Rockkonzert üblich, in den Zuschauerraum vorverlegt. Offen, ohne Verglasung,  ist er so näher dran und kann den Ton und die Geräusche optimal für das Publikum einstellen. Das Theater umfasst normalerweise insgesamt 1.636 Plätze. Aktuell sind gut 300 Plätze durch große Vorhänge abgetrennt, um das Konzert-Feeling noch mehr zu verstärken. Vielleicht liegt es aber auch einfach an der nicht ganz so guten Auslastung.


Über dem Zuschauerraum schwebt eine 200 Quadratmeter große Gitterkonstruktion, die an Saiten und Bünde von E-Gitarren erinnert. Vor jeder Show gibt es einen 2-stündigen Technikcheck bei dem wirklich jedes einzelne Licht getestet wird. 2500 Meter LED-Lichtstreifen wurden verlegt.

Auch Kämpfen will gelernt sein! Damit in der Show alles klappt, werden die Fights regelmäßig geprobt!
Credit: Stage Entertainment

Auch die Kampfszenen werden vor jeder Show geprobt, weil die Zusammensetzung der 32-köpfigen Cast ja doch oft variiert und neu abgestimmt werden muss.

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Bei „Bat out of Hell“ ist auch eine Kamera auf der Bühne, die meist Szenen aus dem Schlafzimmer von Raven live auf die LED-Wände überträgt. Dazu wurde bewusst eine KameraFRAU ausgewählt, die auch eine eigene Choreografie bekommen hat.

Der beste Moment der Backstage-Führung ist das Betreten der Bühne. Einmal vor dem imposanten Falco-Tower zu stehen und in den Zuschauerraum zu schauen. Dieser Perspektivenwechsel ist unbezahlbar. Das Bühnenbild ist ein echtes Monstrum – es zeigt New York im Jahr 2030 nach einem Erdbeben. Aus Stahl, Holz und Spiegelfläche wurde der 17 Meter hohe „Falco Tower“ konstruiert.

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Strat (Robin Reitsma, links) und Ensemble

Kurios ist auf jeden Fall die deutlich fühlbare Schräge auf der gut 240 Quadratmeter großen Bühne. Eine enorme Anstrengung und Herausforderung für die Akteure auf dieser Bühne zu performen – daher gibt es extra Physioeinheiten für sie. Auf der gesamten Bühne gibt es keinen rechten Winkel, auch der Tower ist nicht gerade, sondern perspektivisch gebaut. Eine Herausforderung für die Bühnenbauer, denn der Tower dient als wandelbare Spiel- und Projektionsfläche mit beweglichen Fronten. Es verlaufen Schienen auf der Bühne für die Motorräder, die mit verschiedenen Aufbauen hinter der Bühne parken.

Wir gehen über die Gitter, aus denen bei jeder Show die Feuerfontänen gezündet werden, die man auch in drei Meter Abstand noch als ziemlich heiß empfindet. Verbaut wurde eine echte ausrangierte Rolltreppe. Hinter den Kulissen sehen wir auch das perspektivisch-verzerrt gebaute Bett und Nachtkästchen. Das fällt einem vom Zuschauerraum gar nicht auf.

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Strat (Robin Reitsma), Raven (Sarah Kornfeld) und Ensemble

Das Wasserbecken im Orchestergraben ist mit 8.000 Liter Wasser gefüllt, kuschelige 35 Grad warm und nur 1,5 m tief. Ganze 10 Sekunden bleiben Alex Melcher, als Falco, für den unsichtbaren Quick-Change unter Wasser. Später muss er innerhalb von nur 30 Sekunden alle nassen Klamotten wechseln, um beim Schlussapplaus trocken vor dem Publikum zu stehen. Der imposante Tunnel erscheint im Musical riesig und ist in echt nur wenige Schritte tief.


Leider darf man während der Backstage-Führung nicht fotografieren oder filmen. Wünschenswert wäre, wenn die Verantwortlichen zumindest ein Gruppenfoto als Erinnerung auf der Bühne zulassen würden. Im social-media-Zeitalter könnte man das sicherlich optimal „ausschlachten“ mit Hashtags #backstage #batoutofhellmusical #falcotower #lostinObsidian #meinBatbesuch und so zusätzlich die vielen Instastories und geteilten Fotos auf Facebook als kostenlose Werbung für das Musical nutzen.

Es würde ja genügen, wenn als Erinnerung an die Backstageführung ein Gruppenfoto vor dem Turm oder mit Blick von den Bühne in den Zuschauerraum gemacht wird. Das würde bestimmt auch dazu beitragen, dass mehr Interessierte an solchen Backstage-Führungen teilnehmen, weiter empfehlen und sich anschließend auch das Musical anschauen. Ich versteh nicht, warum Stage Entertainment diese Chance nicht besser nutzt. 


Wir erfahren, dass über 500 Technik-Befehle pro Show notwendig sind und dass die für jeden Darsteller angepassten Kopfmikros pro Stück ca. 2.000 Euro kosten und doch nur gut 3 Monate halten. Sie werden nicht mit Akkus, sondern mit Batterien betrieben, die nach jeder Show erneuert werden. Bei einer Szene steigen ja einige Musiker aus dem Orchestergraben, der letzte Wink des Dirigenten mit dem Taktstock ist dabei kein Scherz, sondern bereits wieder das Startzeichen an die Musiker für das nächste Stück. Dann müssen sie einen kurzen Sprint durch die Gänge und das Foyer zurück legen, denn der Orchesterraum ist hier ziemlich weit abseits der Bühne untergebracht. Ungewöhnlich: Dirigent Zhou Yi spielt zusätzlich auch noch Keyboard.


Wir kommen vorbei an vielen Requisiten, Perücken, sehen die „Black-Box“ wo sich die Darsteller hinter der Bühne umziehen, Maske, Technik, Kostümwerkstatt, … und dann ist der informative und unterhaltsame Rundgang auch schon beendet. Aufkommende Fragen wurden zwischendurch gerne beantwortet und wenn doch eine Frage offen bleibt, hat man auch die Möglichkeit eine Mail an backstage-oberhausen@stage-entertainment.de zu schicken.

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Es lohnt sich einen kurzweiligen Blick hinter die Kulissen zu werfen und beim nächsten Musical-Besuch besonders auf die vielen Details zu achten, die man bei der Backstage-Führung erfahren hat.

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