Kaffeehausgespräche

Kaffeehausgespräche – Sophie Schonlau

Frühaufsteher oder Morgenmuffel?
Das kommt ganz darauf an. Die letzten Jahre während meiner Schauspielausbildung wurde mein Tagesrhythmus nicht von meiner inneren Uhr gesteuert, sondern einfach davon, was am Tag anstand. Bei Märchenvorstellungen: eher Frühaufsteher; nach Abendvorstellungen: definitiv Morgenmuffel. Auch kurz nach meiner Ausbildung habe ich es noch nicht geschafft eine Alltagsroutine zu entwickeln. Jeder Tag ist anders. Wenn ich einen Tag frei habe, schlafe ich aber gerne aus. 🙂

Kaffee oder Tee?
Schokocappuccino! Mit sechs Löffeln. Schokolade kann man nie genug haben.

Stell uns doch bitte kurz die Meilensteine in deiner beruflichen Laufbahn vor?Nach dem Abitur habe ich einige Jahre in Berlin gelebt. Dort habe ich meine Liebe zum Schauspiel in der offenen Klasse der STARTER-Schauspielschule gefunden. Bis dahin war mir gar nicht so richtig klar, dass man Schauspiel auch studieren kann. Der Unterricht bei Liz Hencke hat mir jedes Mal so viel Energie und Glücksgefühle gegeben.
Da wusste ich: ich möchte Schauspielerin werden. Mit ihr gemeinsam habe ich dann auch meine Vorsprechmonologe erarbeitet und mich gleichzeitig drei Monate lang an der Schauspielfabrik Berlin weitergebildet. An der Theaterakademie Vorpommern hat es dann geklappt und ich wurde angenommen. Die Ausbildung dort ist sehr praxisnah. Schon seit Ausbildungsbeginn steht man dort auf der Bühne. Das letzte Ausbildungsjahr ist ein Praktikumsjahr im Ensemble der Vorpommerschen Landesbühne. Das waren intensive und aufregende vier Jahre auf der Insel Usedom. Im Sommer 2020 habe ich zusätzlich eine Filmweiterbildung am Theater Werkmünchen gemacht. Im September dieses Jahres bin ich nun nach Köln-Hürth gezogen und bin seitdem freiberuflich.

Foto Copyright: Holger Borggrefe
Showreeldreh; Theater Werkmünchen
Foto Copyright: Holger Borggrefe
Showreeldreh; Theater Werkmünchen

Lieber TV oder Theater?
Gerne beides!

Gibt es einen Lieblingsschauspieler(in), mit dem du gerne mal gemeinsam drehen möchtest?
Albrecht Schuch. Der Film „Systemsprenger“ hat mich überwältigt!

Was ist dein nächstes Projekt?
Gerade entwickle ich gemeinsam mit einer Filmstudentin aus Köln eine Art Kurzfilm, in der ich die Rolle der Gaia übernehme. Ich liebe es auch eigene Projekte umzusetzen.
Außerdem probe ich für das Tatortdinner in Bochum. Das Stück hat im Dezember Premiere.

Wie glaubst du geht es mit den Theatern weiter in dieser doch kulturunfreundlichen Zeit?
Schwierig. Die Kulturbranche nimmt das Virus ernst und hat Hygienekonzepte erarbeitet und sich auch daran gehalten. Nun wurde die Veranstaltungsbranche wieder lahm gelegt. Keiner weiß genau, wie die Pandemie in Zukunft verlaufen wird. Deshalb finde ich es wichtig, dass ein Austausch zwischen Politikern und Kulturbetrieben besteht und dass gemeinsam nach Lösungen gesucht wird.
Als Berufsanfänger auch keine schöne Situation: mein erster Vertrag bei einem anderen Tourneetheater wurde aufgrund von Corona aufgelöst. Viele Theater stellen gerade generell keine neuen Schauspieler ein, was in der derzeitigen Situation ja auch irgendwie verständlich ist. Schauspieler und natürlich die Theater benötigen gerade eine ordentliche Portion Ausdauer, da die Perspektive so unklar ist.

Mein Lieblingsurlaubsort ist …
Portugal. Sonne, Strand und Meer.

Bist du ein Streaming-Fan? Welche Serie hat dich begeistert?
Auf jeden Fall. Ich nutze jede freie Minute für Netflix und Co. Mich interessieren natürlich besonders die deutschen Serien. Gerade in den letzten Jahren hat sich da einiges getan! Mein absolutes Highlight im Moment ist die Serie „Dark“. Unglaublich fesselnd und durchdacht. Die ersten zwei Staffeln habe ich durch und ich bin schon sehr gespannt auf die dritte Staffel!

Bei was bleibst du im TV beim Durchzappen hängen?
Es ist bei mir weniger ein Durchzappen, sondern eher ein gezieltes Schauen von Serien und Filmen in den Mediatheken.
Bei Hotelübernachtungen gönne ich mir aber auch mal eine Prise Unterhaltungsfernsehen oder beim Besuch in der Heimat mache ich es mir zu „Shopping Queen“ mit meiner Mutter gemütlich.

Womit kann man dich kulinarisch glücklich machen?
Indisches Essen. Einen riesigen Topf Palak Paneer von meinem Freund.

Foto Copyright: Eleonora Pedretti
Produktion: „Der schöne grüne Vogel“ ; Vorpommersche Landesbühne

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben?
Lustig, chaotisch, ehrlich.

Social Media ist für dich…
Manchmal nützlich. Es gibt bei Facebook sogar Gruppen für Schauspieler mit Jobangeboten.
Manchmal überflüssig. Damit meine ich das sinnlose Herumscrollen, das wahrscheinlich jeder kennt. Ich sollte es vielleicht in Zukunft probieren bewusster zu verwenden.

Gibt es etwas was du gar nicht kannst, aber gerne können würdest?
Einen Flickflack. Ich habe mir in jedem Studienjahr vorgenommen, das im Akrobatikunterricht zu erlernen. Und dann relativ schnell wieder verworfen.

Dein kleiner Beitrag zum Klimaschutz ist …
Ich ernähre mich vegetarisch und spende seit ein paar Jahren für den WWF.

Was hast du dir in letzter Zeit gegönnt?
Ein 4-Gang-Menü-Dinner in einem Restaurant. Kurz bevor die Gastronomie wieder schließen musste.

Hast du ein Lebensmotto?
Frei nach Tocotronic: „Pure Vernunft darf niemals siegen.“

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