Festspielhaus Neuschwanstein

PASSION 21 – Es muss getan werden

Die unglaublichste Woche der Menschheitsgeschichte neu erzählt. Ostern. Völlig neu erleben.

16.04.2022 – Festspielhaus Neuschwanstein

Was wäre wenn Jesus heute leben würde und einen Facebook oder Twitter Account hätte und so seine Jünger zu seinen Follower machen würde? Wäre diese Geschichte mit unserem heutigen Demokratie-Verständnis noch möglich. Wären hier auch jede Woche Spaziergänge veranstaltet worden? Warum feiert man ein Fest bei dem Einer verraten und gekreuzigt worden ist? Ja all diese Fragen werden bei diesem Stück auch nicht beantwortet.

Du kennst die Geschichte, aber kennst du sie wirklich?

Die Passion 2:1 war eigentlich schon für 2020 als wiederkehrendes Oster-Spektakel geplant, aber dann kam Corona. Daraufhin wurde es im Theater verfilmt und in einigen TV Sendern und auf YouTube gestreamt. 2021 war die Aufführung im Programm schon angekündigt, konnte aber pandemiebedingt nicht aufgeführt werden.

2022 endlich live im Festspielhaus Füssen

PASSION 21 ist mehr eine Multivisionsshow um die historische Geschichte, es ist Musik dabei, aber es wird nicht gesungen. Es lebt vor allem von der Ausdruckskraft der wenigen Akteure, die ihre Rolle wirklich sehr überzeugend darstellen. In einigen Szenen wird das Publikum direkt angesprochen, zum Nachdenken angeregt und einbezogen.

Die Umsetzung auf die Bühne dauert gut 15 Minuten länger als die Filmversion – insgesamt 75 Minuten – es wurden ein paar Szenen eingefügt, wahrscheinlich wollte man dem Publikum mehr gönnen 🙂 Im Vergleich fehlt mir persönlich der Erzähler direkt auf der Bühne, der Hahn, der ja auch quasi eine Schlüsselrolle hatte – „bevor der Hahn 3x kräht“ – und die Szene mit dem Stadthalter wurde im Film besser visualisiert. 

Jerusalem wird zum Leben erweckt

Besonders erwähnenswert: vor und nach der Bühnenaufführung wird im Foyer des Festspielhauses die Jerusalemer Altstadt mit Klagemauer, Abendmahl, Via Delorosa, Marktständen, … mit Akteuren zum Leben erweckt. So kann man schon mal vorab in das Leben zu Zeiten Jesu eintauchen.

Fünf Perspektiven – eine Geschichte

Fünf nach Wahrheit suchende und sich nach Wahrhaftigkeit sehnende Persönlichkeiten erzählen dabei ihre ganz eigene Geschichte. Jeder dieser Charaktere findet dabei seine eigene Melodie und seinen eigenen Rhythmus.

Magdalena, Petrus, Judas, der Hohepriester und Pilatus erzählen die Passions-Geschichte aus ihren ganz eigenen, überraschenden Perspektiven. Nur einer ist nicht da: Jesus Christus. Und doch dreht sich alles um ihn.

Die Akteure am 16. April 2022 – 17 Uhr

Anna Hofbauer in der Rolle der Magdalena. Ferdinand Dörfler steht als Petrus an der Seite von Christopher Brose als Judas. Michael Grimm spielt, wie in der Verfilmung des Stoffs aus dem Jahr 2021, den Hohepriester Kaiphas. Pilatus wird von Stephan Lewetz dargestellt und als Journalistinnen berichten noch Isabel Stern und Sophie Böhmländer als Darstellerinnen vom Geschehen.

Man muss sich auf diese Umsetzung der Geschichte einlassen und wird Dank der hervorragenden Darsteller sicher nicht enttäuscht.

„Wir sind glücklich, dass wir für die PASSION 21 so viele namhafte, renommierte, vor allem aber top-motivierte Darstellerinnen und Darsteller gewinnen konnten“, betont Schweigkofler. „Jede und jeder ist für sich eine Hauptrolle, da der eigentliche Hauptdarsteller nur durch ihre Sicht- und Erzählweisen auf der Bühne präsent wird.“

Neuinszenierung der Ostergeschichte

Die Geschichte, wie sie über mehr als 2000 Jahre überliefert wurde – von Palmsonntag bis zu den Tagen nach der Kreuzigung – ist eine Geschichte voller Liebe und Hoffnung, aber ebenso über menschliche Ängste und Abgründe.

„Die multimediale Technik holt die Zuschauer mitten ins Geschehen“, verspricht Schweigkofler. „Sie werden zum Bestandteil der Menschenmenge, die Jesus beim Einzug in Jerusalem zujubelt und die Tage später seine Kreuzigung fordert.


In einem übergreifenden Genre-Mix von geschichtlicher Erzählung, Theater, Video-Mapping, omponierter Filmmusik, Klangbildern und Tanz sollen die Zuschauer eine völlig neue Kunstform erleben, eine neue Form des Storytellings.“

„Die Geschichte lässt sich nicht ändern, unser Blick darauf schon“

erklärt Manfred Schweigkofler, Ideengeber und Regisseur aus Bozen, zur Neuinszenierung der Ostergeschichte.

Sein Anspruch: „Mit Passion 21 bringen wir eine zeitlose Geschichte ins 21. Jahrhundert.“ Dafür setzt das Team unter Leitung des Füssener Vereins Passion e.V. auf den Einsatz von vier 180-Grad-Projektoren, Hollywood-reifer (Film-)Musik und Surround-Sound – sowie auf fünf Hauptakteure.

„PASSION 21“ – das Team

Der Creative Director, Regisseur und Kulturmanager, Manfred Schweigkofler, aus Südtirol leitete über zehn Jahre das Stadttheater Bozen (2001-2012), das unter seiner Intendanz einen auch international wahrgenommenen Aufschwung erlebte. Schweigkofler hat an vielen Nationaltheatern inszeniert und in 17 Ländern dieser Welt gearbeitet: von Philadelphia bis Palermo, von Budapest bis Sevilla, von Helsinki bis Philadelphia.


Musik und Soundeffekte wurden komponiert und arrangiert von David Hüger vom Münchner Musikproduzenten-Team „Apollo21“und Florian Lüttich. Das Video-Art-Design stammt von Christoph Grigoletti (Roof Videodesign). Für die Umsetzung der Produktion ist der Passion e.V. unter der Leitung von Yngvar Aarseth verantwortlich.

Video-Trailer

Termine und Tickets

Szenenfotos: Michael Böhmländer
Quelle: Passion 21

Kommentar verfassen