Kulturboulevard

Unser Maxl – das Max-Morlock-Musical

Das neue Stadtmusical „Unser Maxl“ feiert am 29. November 2025 seine Uraufführung in Nürnberg

Ein Beitrag von Tobias Berger
Das Stadtmusical Nürnberg zeigt in diesem Jahr das Musical „Unser Maxl“ als Uraufführung. Das Stück handelt vom Nürnberger Fußballer Max Morlock, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiern würde.
Im Interview erzählt Autor Dirk Skaper von der Idee zum neuen Musical, seiner Zusammenarbeit mit Autorin Cornelia Wagner und dem Verein „Stadtmusical Nürnberg“. 

Dirk Skaper
Foto: Markus Keck 

Lieber Dirk, das neue Stadtmusical „Unser Maxl“ feiert am 29. November 2025 seine Uraufführung in Nürnberg. Worum geht es im neuen Stück? 
Es geht in dem Stück um Max Morlock, einen der erfolgreichsten und zugleich beliebtesten Spieler des 1. FC Nürnberg. Für alle, die Max Morlock jetzt vielleicht nicht so genau kennen: Max Morlock ist in Nürnberg geboren und somit ein Kind der Stadt und hat in seiner Fußball-Karriere nur für den 1. FC Nürnberg Fußball gespielt. Er ist also dem Verein stets treu geblieben bei allen Erfolgen und Verlockungen, die es auch damals schon im Fußball gab. Und genau das ist es, was mich so sehr interessiert hat, diese Verbundenheit, diese Tradition und dieses Bekenntnis zu diesem Verein und der Stadt. 

In dem Stück möchten wir zeigen, was für ein Mensch hinter diesem Fußballer steckt. Es dreht sich also nicht nur rein um den Fußball, sondern auch viel um den Menschen Morlock. Von der Kindheit bis zur Zeit nach seiner Fußball-Karriere, in der er einen Lotto-Toto-Laden betrieben hat. Deshalb spielt das Stück auch in mehreren Zeitebenen: in den 1930iger Jahren, den 1950iger bis 1960iger Jahren aber auch in den 1980iger Jahren. Genau das bietet auch die Grundlage für eine extrem abwechslungsreiche Musik. Natürlich kommen auch die großen Gefühle wie Liebe, Verletzlichkeit und Rückschläge sportlich wie auch vielleicht privat nicht zu kurz. Mir ist es sehr wichtig, dass man mit dem Stück in der Lage ist ein breites Publikum anzusprechen. Menschen die sich einfach für Biographien und die Geschichte Nürnbergs interessieren, aber natürlich auch die Fans des „Glubbs“.


Dirk Skaper mit Regisseurin Silvia Ferstl, Darsteller und Vereins- und Produktionsleitung Christoph Ackermann und Kinderdarsteller
Foto: Markus Keck 

Max Morlock hätte dieses Jahr seinen 100. Geburtstag gehabt. Der Fußballer spielte für den FCN und war am berühmten WM-Spiel von 1954 in der Schweiz beteiligt. Wie kam es zu der Idee ein Musical über seine Geschichte zu schreiben?
Wenn man ehrlich ist, steckt die Antwort schon in der Frage. Mir ist letztes Jahr aufgefallen, dass der 1. FC Nürnberg 2025 sein 125-jähriges Vereinsjubiläum feiert und zugleich sich der Geburtstag von Max Morlock zum 100. Mal gejährt hätte. Dies gab den Ausschlag sich mit der Person einfach einmal näher auseinanderzusetzen, um mehr über seine Biografie zu erfahren und einfach einmal auszuloten ob sich das Leben und die Erfolge für ein Bühnenstück eignen würden. Und je mehr wir über das Leben und die Person gelesen haben, desto mehr war ich von dieser Person begeistert und ich spürte sofort, dass das auf jeden Fall eine äußerst erzählenswerte Geschichte ist. Gerade Werte, die vielleicht im Profisport und im Speziellen im Fußball abhanden gekommen sind, wie Verlässlichkeit, Demut, Verbundenheit und Tradition.

Das heutige Stadion der Nürnberger Mannschaft ist nach Max Morlock benannt. Gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Verein?
Ich denke allein an der Namensgebung, die auf eine große Initiative aus Fankreisen entstanden ist, lässt sich schon erahnen, welche Strahlkraft die Person Max Morlock auch heute noch hat und welches Ansehen er heute noch in Nürnberg genießt. 

Eine Zusammenarbeit mit dem Verein gibt es, ebenso wie eine Absprache mit den beiden Töchtern von Max Morlock. Das war uns auch sehr wichtig. Bei dem Musical handelt es sich natürlich nicht um eine ARTE-Dokumentation, eine gewisse künstlerische Freiheit ist natürlich gegeben. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine Biografie und da war uns natürlich sehr wichtig, keine Halbwahrheiten zu verbreiten und die Charaktere auch möglichst nahe am Original anzulegen. Deshalb haben wir schon im letzten Jahr Kontakt zu den Verantwortlichen des 1. FC Nürnberg gesucht und unser Vorhaben dort vorgestellt und angefragt wie dieses Vorhaben denn beim 1. FC Nürnberg ankommt und ob man an einer Kooperation interessiert sei. Dies wurde von Anfang an bejaht und die Idee wurde sehr positiv aufgenommen und uns wurde sehr viel Hilfe auch in Bezug auf Werbung und Informationen angeboten. Das hat uns auch nochmal das Gefühl gegeben, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Foto: Hans-Joachim Hummel 

Du schreibst das Buch zusammen mit Cornelia Wagner. Wie läuft eure Zusammenarbeit ab? 
Ja am Anfang stand ja erst mal nur die fixe Idee ein Stück über Max Morlock auf die Bühne zu bringen. Als das Vorhaben dann konkreter wurde, habe ich Cornelia Wagner, eine sehr langjährige Freundin, kontaktiert  und sie gefragt ob sie Interesse hätte meine fixen Ideen und Vorstellungen in Szenen und Dialoge für ein Musical umzuwandeln. Dazu muss man wissen, dass Cornelia Wagner seit vielen Jahren in der Würzburger Theaterszene sowohl als Autorin als auch als Schauspielerin und vor allen Dingen als Regisseurin bekannt ist. Sie hat auch schon sehr viele Theaterstücke geschrieben. Die meisten davon sind im Deutschen Theaterverlag und im Plausus Theaterverlag veröffentlicht. Darunter sind auch einige Auftragsarbeiten.

Das war genau die Expertise die ich benötigt habe um dieses Projekt, das für mich das erste Projekt dieser Art ist, zu realisieren. 

Unsere Zusammenarbeit sieht wie folgt aus: Wir haben den Plot miteinander entwickelt. Conny hat sich dann noch einmal deutlich tiefer als ich in die Materie eingearbeitet und, ich glaube, sämtliche Biographien, Artikel und Bücher, die es zu und über Max Morlock gibt, gelesen. Danach haben wir gemeinsam die Szenen entwickelt und Cornelia hat mit ihrem Sprachgefühl und ihrer Expertise dann alle Charaktere zum Leben erweckt.

Das Stadtmusical Nürnberg ist ein Verein, der jährlich ein neues Musical mit überwiegendem Bezug zur Stadt auf die Bühne bringt. Was ist für dich das Besondere an dieser Vereinsarbeit?
Das Besondere liegt in der Ehrenamtlichkeit und dem privaten Engagement mit dem jährlich eine wirklich beachtlich große Produktion auf die Bühne gebracht wird. Zudem ist es ein Ort, an dem man sich ausprobieren kann und Erfahrungen sammeln kann. Mir wurde hier als Neuling die Chance gegeben, das Buch für ein Stück zu schreiben und das ohne Referenzen. Ich denke sowas ist nur in Vereinen oder zumindest vereinsähnlichen Strukturen möglich. 

Welche Themen sind für dich zukünftig interessant, als Musical auf die Bühne zu bringen?
Erstmal habe ich gemerkt, dass die Zusammenarbeit mit Cornelia einfach super gut funktioniert und wir haben für uns beschlossen, dass wir daran auf jeden Fall festhalten möchten und noch die ein oder andere Idee umsetzen möchten. Mein Herz schlägt nicht nur für das Musical, sondern auch  zum Beispiel fürs Theater. Seit etwas mehr als 25 Jahren habe ich den Stoff für ein Theaterstück im Kopf und ich denke jetzt ist es wirklich an der Zeit, dass das aus dem Kopf raus muss und dann irgendwann hoffentlich auch auf die Bühne. 

In Bezug auf Musical und gerade Nürnberg interessieren mich die Sagen, die um die Kirchen, die eine sehr zentrale Rolle in der Innenstadt Nürnbergs spielen, vorherrschen und wenn man sich da so ein bisschen einliest, gibt es doch ganz tolle Möglichkeiten wunderschöne Musicals zu gestalten und da gibt es auch konkretere Ideen zu einem Musical rund um die Lorenzkirche.

Vielen Dank für die tollen Antworten lieber Dirk, wir wünschen euch eine tolle Spielzeit mit „Unser Maxl“ im Heilig-Geist-Spital in Nürnberg. Termine ab 29.11.2025, Tickets unter stadtmusical.de  

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