DerKulturBlog-Talk

DerKulturblog-Talk mit Josephin Busch

DerKulturBlog-Talk mit Josephin Busch
Josephin Busch © Clemens Porikys


Hallo Josephin, stell dich bitte kurz vor.
Hallo! Ich bin Josephin Busch, in Berlin geboren und aufgewachsen, spiele seit ich 15 bin Theater, bin mit einer Coverband durch Dörfer getourt bevor ich Schauspiel studiert habe, wurde mit 23 als Udo Lindenbergs „Mädchen aus Ostberlin“ im Musical Hinterm Horizont besetzt und durfte Udo jahrelang als Special Guest auf seinen Tourneen begleiten und mit ihm „Gegen die Strömung“ und „Horizont“ singen. Meinen ersten Film hab ich mit 24 gedreht. Das war Der Turm von Christian Schwochow. 

Danach durfte ich viele weitere tolle Rollen im Film und Theater übernehmen. Bis heute liebe ich es Filme, Theater und Musik zu machen. Ich bin verheiratet und habe eine Tochter, mein Mann und ich haben uns beim Musical „Hinterm Horizont“ kennen gelernt. 


Du wurdest als „Mädchen aus Ostberlin“ in Hinterm Horizont quasi über Nacht berühmt. Wie viel von dieser Udo-Lindenberg-Magie trägst du heute noch in dir? 
Ich werde das immer in mir tragen! Die Zeit mit Udo auf Tour und die Zeit im Musical haben mich unglaublich geprägt und werden immer Teil meiner DNA bleiben. Udo‘s lässige Sicht auf die Dinge verleiht den Menschen um ihn herum eine ganz besondere Leichtigkeit und das Vertrauen, dass man der richtige Mensch am richtigen Ort ist… und dass die Bühne ein Spielplatz ist! Auch in meinen eigenen Songtexten habe ich mich immer von Udo‘s direkter Sprache inspirieren lassen. Zur Zeit arbeite ich mit meiner Band Prag – deren Sängerin ich seit 2016 bin – an einem neuen Album. Unsere Sprache ist lyrischer und auch die Musik ist anders, als Udo‘s. Aber trotzdem gibt es auch hier einen direkten Ton – und ich würde sagen, dass ich den bei Udo gelernt habe. 

DerKulturBlog-Talk mit Josephin Busch
Josephin Busch © Clemens Porikys

Vom Theater ins TV: In Letzte Spur Berlin warst du jahrelang als Ermittlerin Lucy Elbe zu sehen.
Vermisst du es manchmal, fiktive Kriminalfälle zu lösen, oder war es Zeit für ein komplett neues Kapitel?
Ich vermisse „Letzte Spur Berlin“ und meine Rolle darin auf jeden Fall. Auch unser Team fehlt mir natürch und die tollen Geschichten, die wir gemeinsam erzählt haben. Aber ich bin auch froh über den neuen Lebensabschnitt. Ich bin mittlerweile seit vier Staffeln im Hauptcast bei den „Bergrettern“ auf ZDF. Hier kann ich in den vielen spannenden Actionszenen nochmal richtig über mich hinaus wachsen und es macht Spaß, die Rolle der Nina, die ich hier spiele, immer besser kennen zu lernen und weiter zu entwickeln. Wir drehen aktuell schon die 18. Staffel und ich liebe die Mischung aus Action und emotionalen Szenen. Nina wird das Team der Bergrettung in der 18. Staffel auch im Einsatz unterstützen und ich durfte schon richtig coole Rettungsszenen drehen, ich habe sehr viel Spaß an diesem Set! Es gibt im deutschen Fernsehen nicht so viele Actionformate, ich finde die „Bergretter“ daher sehr besonders, auch weil das ein Format für die ganze Familie ist. Zudem bin ich froh, neben den spannenden Drehs und der Musik endlich wieder Theater zu spielen und eigene Ideen umzusetzen! 


Du hast das Projekt ‚Die Freundschaft‘ am St. Pauli Theater selbst in die Wege geleitet, weil du Connie Palmens Roman unbedingt auf die Bühne bringen wolltest. Was hat dich an diesem Stoff und insbesondere an der Rolle der Kit so sehr fasziniert, dass dieses Projekt für dich zu einer solchen Herzensangelegenheit geworden ist?
Ich habe den Roman schon 2018 gelesen und wollte unbedingt ein Stück daraus machen, weil mich die Art und Weise, wie diese Freundschaft beschrieben wird, angezogen hat. Einerseits beschreibt Connie Palmen das sehr philosophisch und mit großem psychologischem Feingefühl, andererseits auch mit einer kindlichen Leichtigkeit, die die Figuren so nahbar gemacht hat. Diese Geschichte einer komplexen Freundschaft zweier Frauen wollte ich unbedingt erzählen. Ich habe dann gleich die Regisseurin Dania Hohmann gefragt, ob sie das Projekt mit mir realisieren möchte, sie war zum Glück direkt begeistert und hat aus dem Roman eine großartige Theaterfassung entwickelt. 
Meine Figur Kit beschreibt ihre Freundschaft zu ihrer besten Freundin und taucht in all die Abgründe dieser Beziehung ein. Fragen die uns bei den Proben umtreiben sind zum Beispiel: Was hat Beziehung mit Verhaltensmustern, mit emotionalen Mustern zu tun, was hat Sucht mit Beziehungen zu tun und wo findet man sich selbst in all dem. Wir erzählen das Ganze als einen intensiven Monolog von mir, der von Tänzer*innen begleitet wird. Die Choreographien helfen, die Szenen zum Leben zu erwecken und ziehen mich als Spielerin aber auch das Publikum tief in die Geschichte rein.
Es ist ein sehr besonderer Abend geworden und ich bin so glücklich, dass wir dieses Stück nun endlich gemeinsam auf die Bühne bringen. Im Moment proben wir, und es ist ganz wunderbar, wie sich alles entwickelt und wir das Konzept, die Geschichte, gemeinsam erzählen und gestalten. Es berührt mich sehr, dass plötzlich so viele kreative Menschen mit mir zusammen dieses Stück umsetzen. Und das aus einer Idee, die ich vor acht Jahren hatte, nun plötzlich ein Stück wird, ist toll! Ich bin dem St. Pauli Theater sehr dankbar, dass sie diesen Weg mit uns gehen. 

Die Hamburger gelten als kritisch, aber treu. Was erhoffst du dir, was die Zuschauer nach den 80-90 Minuten aus dem St. Pauli Theater mit nach Hause nehmen?
Ich hoffe, dass es ein Abend wird, der die Menschen dazu inspiriert auch über ihre eigenen Beziehungsmuster nachzudenken und über sich selbst und danach vielleicht auch ein bisschen mehr über sich selbst wissen. 

DerKulturBlog-Talk mit Josephin Busch

#privat

Frühaufsteher oder Morgenmuffel? Frühaufsteherin 
Ein perfekter Tag beginnt für mich immer mit? Ein paar Dehnungen und  koffeinfreiem Kaffee 
Zu welcher Uhrzeit bist du am kreativsten? Kann ich gar nicht so genau sagen, aber eher vor 18:00 Uhr.

Dein „song of my life“
Da gibt es so viele. Wie soll ich mich da nur festlegen… „Dream on“ von Aerosmith ist auf jeden Fall einer der Songs, die ich seit meiner Jugend liebe und das bis heute!

Beschreibe dich in 3 #hashtags
#don‘tstopbelieving #becausethenightbelongstolovers #katzenklo 

Ergänze folgende Sätze:
Besonders stolz bin ich auf …Meine Familie 
Schwach werde ich bei …Schokolade mit Keks 
Gibt es etwas was du so gar nicht kannst? Einparken muss ich noch üben 
Was hast du dir in letzter Zeit gegönnt? Zu viele Jacken 

Welche Frage wird dir selten oder nie gestellt, die du aber gerne hier mal beantworten möchtest?
Womit hast du dein ersten Geld verdient? 
Ich habe mit 17 Jahren – neben dem Abitur – am Wochenende auf Mittelalter-Märkten einen Frettchen-Zirkus betrieben und kleine Kunststücke mit den Frettchen aufgeführt. 

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