Stage Theater des Westens

WIR SIND AM LEBEN – Das Berlin Musical

Berlin in den 90ern: Zwischen Hausbesetzung, Herzschmerz und Aufbruchstimmung

Berlin 21.03.2026 – Welt-Premiere im Theater des Westens Berlin

„Wir sind am Leben“ ist das bislang persönlichste Projekt von Peter Plate & Ulf Leo Sommer. Als ihr erstes vollständig selbst entwickeltes Musical erzählen sie eine Geschichte über Familie, Freiheit und das Lebensgefühl im Berlin der frühen 90er-Jahre.

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Cast & Kreativteam © Brigitte Dummer.

Die Idee zu „WIR SIND AM LEBEN“ hatten Peter Plate und Ulf Leo Sommer schon 2009 und arbeiteten seinerzeit an einem ersten Musical-Layout. Daraus resultierte 2011 das letzte Rosenstolz-Album mit dem gleichnamigen Titel. Im Sommer 2024 griffen sie das Thema erneut auf und arbeiteten an einem ersten Layout. 


Das schreibt DerKultur.blog

Berlin 2026 – die Zeitreise geht weiter. Von Ku’damm 56 über Ku’damm 59, mit einem kleinen Ausflug der Amme nach Verona (Romeo und Julia), sind wir nun beim neuen Meisterwerk von Peter Plate und Ulf Leo Sommer angekommen: Wir sind am Leben – Das Berlin Musical feiert Weltpremiere im Theater des Westens in Berlin.
Wir hoffen sehr, dass dies noch lange nicht die Endstation ist.

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© Joern Hartmann

Peter Plate und Ulf Leo Sommer haben gemeinsam mit Joshua Lange, sowie dem Buch- und Regie-Duo Franziska Kuropka und Lukas Nimscheck ein Stück über das Berlin der frühen 90er-Jahre geschaffen.
Das Bühnenbild von Adam Nee zeigt die graue Großstadt mit ihren Wohnblocks, Bauzäunen und verlassenen Häusern – durch das Lichtdesign perfekt in Szene gesetzt. Auch wenn das „Drumherum“ düster erscheint, umso bunter ist das Leben in der Kommune. Es sprüht vor Aufbruchstimmung und Lebensenergie.

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© Michael Bidner

Das Musical fängt das Lebensgefühl der Nachwendezeit mit all seinen Unsicherheiten ein. Es behandelt Themen wie Freiheit, Identitätssuche, Queerness, Liebe und Verlust, aber auch die Schrecken der AIDS-Krise und das Leben in einer besetzten Hausgemeinschaft inklusive Sorgentelefon. Das Buch springt manchmal etwas schnell von Situation zu Situation, schafft es aber, den Hauptfiguren Tiefe zu verleihen und jedem Raum für seine Geschichte zu geben. Auch Publikumsliebling Steffi Irmen glänzt wieder in einer markanten Rolle: Als Rosi sorgt sie mit ihrem Spiel und ihrer starken Stimme für Begeisterung.

Damit wären wir bei dem Punkt, der dieses Stück besonders auszeichnet:
Der Cast.

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Jeder und jede auf der Bühne spielt eine Hauptrolle und überzeugt sowohl schauspielerisch als auch gesanglich auf ganzer Linie. Wenn das gesamte Ensemble bei einigen Stücken mit voller Wucht einsetzt, drückt es einen förmlich in den Stuhl. Die jugendliche Spielfreude überträgt sich sofort – man fühlt in jeder Sekunde mit, auch bei den schweren Momenten. Die Dialoge im 90er-Slang wirken authentisch, auch wenn einige Witze bewusst platt gehalten sind.

Natürlich dürfen bei Ulf und Peter auch einige Rosenstolz-Hits nicht fehlen, wie etwa „Die Schlampen sind müde“ oder eben „Wir sind am Leben“. Ich persönlich hätte sogar noch mehr Rosenstolz-Beschallung vertragen, wobei die neuen Songs absolut „Rosenstolz-kompatibel“ sind. Von Disco-Pop bis hin zu gefühlvollen Balladen ist alles dabei.

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© Dominic Ernst

Die Choreografie stammt erneut von Jonathan Huor, einem der Besten seines Fachs, und ergänzt die Szenerie an den richtigen Stellen perfekt. 

Ein weiteres Highlight: Die Band ist während des ganzen Stücks auf der Bühne präsent.
Wir lieben es, wenn man nicht nur weiß, wer dirigiert, sondern sieht, wie die Band „mitrockt“. Da ist es sogar von Vorteil, dass die Band etwas kleiner ist.


Unser Fazit: Ein bunter Rausch, der nicht jeden mitreißt

„Wir sind am Leben“ ist handwerklich gewohnt erstklassig: Plate & Sommer schaffen es erneut, schwere Themen wie die AIDS-Krise oder Identitätssuche mit mitreißenden Songs und starken Dialogen direkt ins Herz zu treffen. Man verlässt das Theater definitiv in Feierlaune – besonders freitags, wenn die 90er-Party im Foyer den Abend perfekt abrundet.

Aber: Hat es den Suchtfaktor? 
Trotz der hohen Qualität hat uns das Musical persönlich leider nicht ganz „abgeholt“. Wer bei dem Untertitel „Das Berlin Musical“ auf eine tiefe Reise durch die Stadtgeschichte hofft, könnte enttäuscht werden, da der Fokus doch sehr auf der privaten Dynamik der bunten Wohngemeinschaft liegt.

Unser Rat: Macht euch am besten selbst ein Bild von diesem energetischen Stück Zeitgeschichte!
Wart ihr schon drin? Dann schreibt uns eure Meinung gerne unten in die Kommentare – wir sind gespannt, ob es euch mehr gepackt hat!


Story

Berlin, 1990. Das Jahr, das nicht nur eine Stadt, sondern auch das Leben der Geschwister Nina, Mario und ihrer Mutter Rosi komplett auf den Kopf stellt. Die Mauer ist gefallen, die Ordnung verschwunden – und das Chaos beginnt.

Nina und Mario fliehen aus Wittenberg in die Hauptstadt – auf der Suche nach sich selbst, nach Musik, nach einem anderen Leben. In einem besetzten Altbau, dem „Konsum Hoffnung“, finden sie Anschluss an eine liebenswerte Gemeinschaft, die ein improvisiertes Sorgentelefon betreibt. Mario verliebt sich in den kubanischen Tänzer Nando, Nina träumt von einer Karriere als Popsängerin – in einer Stadt, die lieber Techno hört.

Und dann ist da plötzlich Rosi – gespielt von Steffi Irmen, dem Star aus den Musicals „Ku’damm 59“, „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ und nicht zuletzt ihrem eigenen Musical-Hit „DIE AMME“.

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Eine Mutter, die niemand erwartet hat. Übergriffig, ungebeten, zu spät – und doch entschlossen, ihre Kinder in einem Leben zurückzugewinnen, das längst ohne sie weiterging. Ihre Reise führt sie mitten hinein ins flirrende, fordernde, ungezähmte Berlin.

Die Zeit ist geprägt von Euphorie – und von Angst. Von Aufbruch – und von der alles überschattenden Realität von AIDS.

Doch „WIR SIND AM LEBEN“ ist kein reines Drama. Im Gegenteil. „Es wird sehr, sehr komisch“, sagt Plate. „Denn die 90er waren nicht nur traurig oder politisch – sie waren auch absurd, hemmungslos, zärtlich verrückt. Wir wollten das alles zeigen: die Traurigkeit und das Tanzen. Die Wut und die Wärme. Den Lärm und das Leise.“

Peter Plate, Ulf Leo Sommer Foto Brigitte Dummer - DerKultur.blog
Peter Plate und Ulf Leo Sommer ©Brigitte Dummer

Schlussapplaus

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Fotos Roter Teppich

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Das Team von DerKultur.blog in Berlin

Carolin & Werner waren bei der Weltpremiere und Tobias bei der Preview.


Tickets

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Das Berlin-Musical der 90er
Tickets gibt es hier

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