DerKulturBlog-Talk

DerKulturBlog-Talk mit Jonny vom Dahl

Foto: Jonathan Schüssler

Du hast deine Karriere 2016 bei „The Voice of Germany“ begonnen. Was waren deine wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Zeit und wie hat sie dich als Musiker geprägt?
Ich denke meine wichtigste Erkenntnis war erstmal, dass ich gut genug bin, um da oben mitzuhalten. Wenn man in einer Kleinstadt wie Hofheim aufwächst und in dem Umfeld erstmal für sein Gesangs- und allgemeines musikalisches Talent bewundert wird, heißt das im gesamtdeutschen Vergleich erstmal noch nichts. Hier steht man auf einmal auf der großen Bühne vor gesamtdeutschem Publikum und dort habe ich zum ersten Mal verstanden, dass ich wahrscheinlich wirklich nicht so schlecht in dem bin, was ich da mache. SO gesehen, hat es diese Karrriereoption aus einer Bierlaune heraus überhaupt erstmal auf den Plan gebracht, dass ich das ja machen könnte, von daher ist die The Voice Erfahrung essenziell für mich gewesen. 

Deine neue Single heisst  „MEIN HERZ“. Wovon handelt der Song und wie war die Entstehungsgeschichte?
Den Song habe ich für meine Tochter geschrieben, aus dem Bedürfnis heraus ihr von Anfang an etwas fürs Leben mitzugeben, was mir wichtig ist. Es ist mir ehrlich gesagt noch nie so schwer gefallen einen Song zu schreiben, weil hier dann doch der inhaltliche Druck, ich sage mal, gegeben war :D. 

Die Themen Glaube und Kirche scheinen in deiner Musik und auf deinen Social-Media-Kanälen eine Rolle zu spielen. Wie vereinbarst du deine christlichen Wurzeln mit deiner Kunst und der modernen Pop-Welt?
Ich vereine diese Welten miteinander, indem ich behaupte, dass sie sich gar nicht widersprechen. Dafür werde ich „witzigerweise“ ausschließlich aus der christlichen Welt angefeindet, was mich immer wieder traurig macht. Ich finde die christliche Botschaft ist die schönste, modernste und sinnvollste der Welt. Das was sie so altmodisch, angestaubt und rückständig wirken lässt, sind die Menschen die aus dieser Botschaft der Nächstenliebe ganz komische und altmodische ethische Ableitungen ziehen, welche biblisch total fragwürdig und m. E. nicht haltbar sind. So habe ich es mir als Künstler und öffentliche Person zur Aufgabe gemacht, meinen Anteil dazu beizutragen, dieses, wie ich finde, total verschobene Image wieder etwas gerade zu Rücken. In jeder Gemeinschaft gibt es extreme Ausprägungen und Auswüchse an Vertretern, die meist sehr lautstark ihre extremen Haltungen kundtun und die breite Masse dieser Gemeinschaft leidet darunter. In der christlichen Welt, will ich als Christ persönlich das aber nicht so stehen lassen und wehre mich dagegen mit deren kruden Botschaften in einen Topf geschmissen zu werden. Dementsprechend verarbeite ich das in meiner Kunst und auch auf Social Media. 

Du bist gerade auf „Bunte Fahnen“-Tour. Was können die Fans von den Konzerten erwarten und worauf freust du dich am meisten?
Ich freue mich einfach darauf die Menschen zu sehen, die mir sonst auf Social Media begegnen. Wir Musiker sind ja mittlerweile zwangsläufig fast eher zu Influencern geworden und dementsprechend vergisst man manchmal, wofür man das alles eigentlich macht. Live steht das aber für mich zumindest überhaupt nicht in Frage, denn diese Konzerterlebnisse zu teilen ist im Endeffekt das worum es jedem Musiker geht. Glaube und hoffe ich zumindest. Die Fans können sich auf viel tanzbare Musik mit tiefen Texten freuen, Geschichten zum lachen und zum weinen und die ein oder andere Überraschung ist dieses Mal auch dabei :).

Foto: Jonathan Schüssler

Wenn du an deine Anfänge zurückdenkst – was würdest du dem Jonny von damals aus heutiger Sicht raten?
Ich würde mir Mut machen, dass ich mich auf die Menschen verlassen soll, die von Anfang an dabei waren. Als es noch um kein Geld, Reichweite, Ruhm oder sonst irgendwas ging, sondern einfach nur darum, dass hier Freunde zusammen Musik machen und Spaß dabei haben. Das sind am Ende die Menschen, die die lange Meile mit mir gehen und gegangen sind und auf die kann ich mich verlassen. Je erfolgreicher man wird, desto mehr Menschen trifft man, die einem vermeintlich auch ganz oben helfen können. Meine Erfahrung ist, dass es sich mehr lohnt immer auf die Menschen zu vertrauen, die schon dabei waren als man in der Garage stand und geprobt hat. Alles andere kommt über die Zeit von selbst und es gibt für gewöhnlich auch keine guten Abkürzungen ohne irgendwo anders Abstriche zu machen. Von daher – TRUST THE PROCESS

#privat

Frühaufsteher oder Morgenmuffel?
Frühaufsteher

Zu welcher Uhrzeit bist du am kreativsten?
Ganz unterschiedlich, aber morgens um 4 kickt die Kreativität immer zuverlässig. 

Welche Projekte sind in der Zukunft geplant? 
Ich arbeite gerade an meinem dritten Album.

Beschreibe dich in 3 #hashtags
#echt #ehrlich #authentisch

Ergänze folgende Sätze:
Mein kleiner Beitrag zum Klimaschutz ist … nebenbei eine Firma für erneuerbare Energien aufzubauen.
Besonders stolz bin ich darauf … immer mein Ding gemacht zu haben ohne Kompromisse.
Schwach werde ich bei … Eis

Gibt es etwas was du so gar nicht kannst?
Technik und Detailarbeit – ganz schlimm: technische Detailarbeit!!!

Was hast du dir in letzter Zeit gegönnt?
Ein größeres Auto für Bandgigs

Welche Frage wird dir selten oder nie gestellt, die du aber gerne hier mal beantworten möchtest?
Ui, ich finde das war schon ziemlich ausreichend, danke euch!

Vielen Dank für das Interview

Kommentar verfassen