München 03.07.2025 – Preview Deutsches Theater München
Festspielhaus Neuschwanstein und Deutsches Theater München

Das schreibt DerKultur.blog
Die Weisse Rose – als Musical?
Darf man das? Geht das? Will man das? Muss man das machen?
Diese Gedanken haben sich sicherlich viele im Vorfeld gemacht.
Unsere klare Antwort nach der Preview im Deutschen Theater: Ja, es muss genau so auf die Musicalbühne.
Es ist jetzt kein „normaler“ Musicalabend, bei dem man fröhlich beschwingt den Theatersaal verlässt und auf dem Heimweg noch ein paar Ohrwürmer trällert. Es ist ein Abend, der bedrückend und beeindruckend im gleichen Moment ist. Bedrückend anhand der Geschichte um Hans und Sophie Scholl und beeindruckend anhand der geschichtlich genialen Umsetzung.


Hier geht es nicht um große Bühneneffekte, sondern um die Geschichte der Geschwister Scholl.
Das Kreativteam um Vera Bolten und Alex Melcher nahmen sich viel Zeit, die Geschehnisse geschichtlich sauber aufzuarbeiten.
Man konnte miterleben, wie die „Geschwister Scholl und ihre Clique“ am Anfang zerrissen waren, ihr Leben genossen, aber dann immer mehr wussten „wir müssen was tun“. Diesen schweren Stoff schauspielerisch umzusetzen gelang der Cast perfekt.

Aber es ist ja jetzt kein Theaterstück, sondern ein Musical. Da kommt das Mastermind Alex Melcher wieder durch, dem einfach die rockigen, gitarrenlastigen Stücke voll liegen, ohne auch die leisen Töne nicht vermissen zu lassen.
Mit Texten, die nicht von der Geschichte ablenken, sondern sie perfekt ergänzen. Vor allem der Titelsong „Die Weisse Rose“ brennt sich ein und „lässt dich nicht in Ruhe“.

Passend dazu das Bühnenbild, das nicht ablenkt und durch Videos aus der NS Zeit allem noch mehr Kraft gibt – aber auch wieder ein bedrückendes Gefühl hinterlässt.


Fazit: Ein Stück deutscher Geschichte, das sehr emphatisch, ohne Effekthascherei umgesetzt wird.
Es rüttelt auf, „den Anfängen zu wehren“. Ein Stück Erinnerungskultur, das nicht vergessen werden darf.

Klasse, dass es auch Schülervorstellungen gibt, die den Geschichtsunterricht zu einem Erlebnis machen. Und die Zusammenarbeit mit einer Schulklasse aus Hamburg, die das begleitende Unterrichtsmaterial in Zusammenarbeit mit ihrem Lehrer Bernd Ruffer, dem Autorenteam und deren Verlag „Musik und Bühne“ erstellt hat. Dieses Material soll in Verbindung mit dem Theaterbesuch künftig bundesweit Schulen zur Verfügung gestellt werden.
In Füssen organisiert der Förder- und Freundeskreis Festspielhaus Neuschwanstein zusätzlich ein Begleitprogramm mit Einführung- und Nachbesprechung.

Nutzt die Gelegenheit, nach der Aufführung mit Autorin Vera Bolten und Ensemblemitgliedern zusammen zu kommen, Fragen zu stellen, zu diskutieren und das Erlebte in Worte zu fassen.

Vielleicht sollte beim Schlussapplaus direkt dazu eingeladen werden und nicht nur über die Bildschirme im Foyer und die Mitglieder vom Förderverein.






Werner & Carolin von DerKultur.blog vor Ort:


Wenn wir uns was wünschen dürften: Lieber Alex, wir würden dich gerne mit auf der Bühne sehen. Wär nicht die Schlussszene mit dem Richter eine Rolle für dich.
Schluss-Applaus Preview




Story
„Die Weiße Rose – Ein Musical über Umdenken, Verantwortung und Mut“ widmet sich den jungen Menschen um Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und Professor Kurt Huber – den mutigen Stimmen des Widerstands im nationalsozialistischen Deutschland.

Ihre Geschichte wird in dieser Produktion nicht fiktionalisiert oder romantisiert, sondern bleibt bewusst nah an den historischen Fakten und Dokumenten.

Vera Bolten, Autorin und Regisseurin der Uraufführung, beschreibt ihre Herangehensweise so:
„Ich wollte allen Mitgliedern der Weißen Rose Raum geben – ihre Beweggründe, ihr Ringen, ihre Stärke.
Briefe, Tagebucheinträge, Originalzitate und überlieferte Aussagen sind der Kern unserer Erzählung.“


Den musikalischen Rahmen hat Alex Melcher geschaffen, er hat die Musik komponiert und gemeinsam mit Vera Bolten die dramaturgische Umsetzung verantwortet. An seiner Seite Marc Tritschler, musikalischer Supervisor vom renommierten National Theatre London und Johannes Still und Stefan Wurz als Musikalische Leiter. Für die Choreografie zeichnet sich Bart de Clercq verantwortlich – ein erfolgreicher Choreograf mit internationalem Hintergrund.


Ein zentrales Stilmittel der Inszenierung ist die Strukturierung durch reale Verhörausschnitte, die sich wie eine Vorahnung durch das Stück ziehen. Gleichzeitig folgt das Musical einer chronologischen Erzählweise – vom anfänglichen Mitlaufen in der Hitlerjugend bis hin zur mutigen Entscheidung zum Widerstand, der Flugblattherstellung und schließlich zur Verhaftung und Verurteilung. Die Texte der Lieder entspringen zum größten Teil Originalbriefen, Zitaten, Tagebucheintragungen oder überlieferte Aussagen.
Das Bühnenbild, entwickelt als wandelbare Spielfläche mit verschiebbaren Elementen und lebendigen Szenenwechseln, unterstützt die puristische und zugleich poetische Erzählweise. Ein besonderes gestalterisches Mittel: Sophies gezeichnete Welt. Ihre Zeichnungen werden als Projektionen Teil der Bühnenwelt und schaffen eine emotionale Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Das Ensemble
- Hans Scholl – Jonathan Guth
- Sophie Scholl – Friederike Zeidler
- Alexander Schmorell – Adam Demetz
- Christoph Probst – Maximilian Aschenbrenner
- Willi Graf – Julius Störmer
- Fritz Hartnagel – Oliver Natterer
- Robert Scholl / Kurt Huber – Martin Planz
- Traute Lafrenz – Tamara Köhn
- Inge Scholl – Juliette Lapouthe
- Gestapo / Roland Freisler – Daniel Berger
- Magdalena Scholl – Claudia Dilay Hauf
SWING-Rollen – Christian Bock & Michaela Thurner
Ein besonderes Anliegen ist der Produktion die Einbindung junger Menschen. In Zusammenarbeit mit dem Lehrer und Theaterpädagogen Bernd Ruffer sowie der GSB Stadtteilschule Bergedorf entstehen begleitende Unterrichtsmaterialien – von Schüler:innen für Schüler:innen. Damit sollen die Schulvorstellungen sinnvoll vor- und nachbereitet werden.
Auch auf Produzentenseite stehen engagierte Partner:
Benjamin Sahler, Direktor des Festspielhauses Neuschwanstein und Thomas Linsmayer, Geschäftsführer
des Deutschen Theaters München, begleiten das Projekt mit Überzeugung. Ihre Zusammenarbeit ermöglicht es, Die Weiße Rose sowohl in Füssen als auch in München einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Vera Bolten resümiert:
„Wir wollen das Andenken an diese besonderen Menschen lebendig halten – und dabei alle darstellerischen Mittel ausschöpfen. Musik, Sprache, Tanz, Malerei und Poesie. Diese Geschichte soll nicht im Geschichtsbuch bleiben. Sie soll berühren, nachdenklich machen und inspirieren.“
Ein zentrales Element bildet das Titellied: „Ein deutsches Flugblatt“ vertonte Worte aus den Flugblättern, für die die Protagonisten letztlich ihr Leben gaben.

Uraufführung:
30.06.2025 Festspielhaus Neuschwanstein, Füssen
Spielzeit: 10.07. – 27.07.2025 – Tickets
Premiere:
04.07.2025 Deutsches Theater München
Spielzeit: 04.07. – 06.07.25 – Tickets
Szenenfotos: Jonas Melcher
Unterwegs zu Kulturveranstaltungen mit dem e-smart
Auch hier in München waren wir wieder mit einem e-smart unterwegs. Das Autohaus Hirschvogel aus Passau hat uns einen roten smart #1 BRABUS zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank für die Unterstützung.



Der smart #1 BRABUS ist ein elektrisches Kraftpaket, das den Fahrspaß neu definiert. Mit seinen 428 PS und dem Allradantrieb sprintet er in nur 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das straffere Fahrwerk und die sportliche Abstimmung sorgen für ein agiles Handling und präzises Fahrgefühl, das selbst anspruchsvolle Fahrer wie uns begeistert.
Categories: Deutsches Theater München, Festspielhaus Neuschwanstein













