Ein Traum wird wahr
Interview mit Moderator Simon Diez

Schon als kleiner Junge bestaunte er Musicals auf der Bühne des Stuttgarter Apollo Theaters. Mit der Moderation von „Musical goes Christmas“ erfüllt sich für Simon Diez ein echter Lebenstraum: einmal auf dieser tollen Bühne stehen, und das auch noch gemeinsam mit großartigen Künstlerinnen und Künstlern.
Im Interview mit Tobias Berger erzählt Simon über den Beruf des Moderators, seine Theater-Leidenschaft und das weihnachtliche Konzert der Musicalpeople.
Lieber Simon, am 16.12. findet im Apollo Theater das Konzert „Musical goes Christmas“ der Musicalpeople statt. Du darfst als Moderator dabei sein und durch den Abend führen. Was erwartet uns bei dieser Show?
Hi! Zunächst vielen Dank für euer Interesse.
Um das vorwegzunehmen: Diese Moderation ist die Ehre meines Lebens. Ich freue mich wahnsinnig darauf!
Was uns erwartet, ist eine vorweihnachtliche Musical-Reise, wie sie schöner nicht sein kann: Die Musicalstars Aisata Blackman, Roberta Valentini, Karim Khawatmi und John Vooijs – die allesamt eine besondere Bindung zu den beiden Stuttgarter Theatern haben – präsentieren ein bewegendes Programm mit weltbekannten Musicalsongs, gepaart mit den schönsten Weihnachtsmelodien.
Musikalisch getragen werden sie dabei von der unsagbar talentierten Musicalpeople Liveband – von absoluten Profis, die seit Jahren bei den großen Stuttgarter Musicalproduktionen zu Hause sind und den Beat im Blut haben. Alles ist live, jeder Ton ist hand- und mundgemacht. Und das Ganze findet auch noch im für mich schönsten Theater der Welt statt. Ihr seht, ich gerate schon ins Schwärmen, da schlägt mein Musicalherz höher. Mehr geht kaum.
Übrigens: Bei dem Konzert unterstützen wir mit dem Kinderhospiz Stuttgart eine mehr als gute Sache. Die Arbeit dieser tollen Institution werden wir auf der Bühne vorstellen.

Als Moderator hast du die Aufgabe, die Künstler und Künstlerinnen anzukündigen, das Publikum aber auch zu unterhalten und dabei den roten Faden nicht zu verlieren. Eine große Herausforderung, oder?
Oh ja! Man muss wirklich hellwach sein, sich äußerst gut vorbereiten, mit Sprache umgehen können und spontan sein. Aber das ist es, wofür ich brenne. Menschen mit Worten zu berühren und dabei eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen – ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.
Ich verfolge dabei meinen ganz persönlichen Ansatz: allen Beteiligten – den Kunstschaffenden auf der Bühne und vor allem auch dem Publikum – mit Wertschätzung entgegenzutreten. Es geht dabei nie um mich als Moderator, sondern um das Erzeugen einer besonderen Stimmung, die alle Menschen im Saal erfasst und mitnimmt.
Dafür braucht es ein gutes Gespür für Worte und Länge der Ansprache. Was sage ich, was lasse ich weg? An welcher Stelle bin ich laut, wo bin ich leise? Ich muss konzentriert zuhören, an der richtigen Stelle einhaken, mit Fingerspitzengefühl nachfragen und blitzschnell entscheiden, was angebracht ist – und was zu weit geht. Gleichzeitig das Publikum im Fokus haben und bei der gedachten Moderation immer schon einen Satz voraus sein. Dann noch eine Prise Humor einstreuen, auf korrekte Aussprache achten – vor allem bei Namen, das hat was mit Respekt zu tun – Natürlichkeit beibehalten und Spaß haben. Eigentlich ganz einfach, oder? (lacht)
Da laufen viele Entscheidungsprozesse parallel in Sekundenbruchteilen ab. Als studierter Simultandolmetscher ist mein Gehirn dafür zum Glück trainiert.

Wie kam es dazu, dass du diese Veranstaltung moderieren darfst?
Zunächst müsst ihr wissen, dass die Moderation einer Musical-Gala im Apollo-Theater schon seit Jahren mein absoluter Lebenstraum ist. Es gibt sogar Videos aus der Corona-Zeit, wo ich darüber philosophiere, wie gerne ich das mal machen würde. Little did I know… Damals hätte ich nicht weiter entfernt von diesem Wunschtraum sein können.
Während meiner Zeit in München habe ich mit zwei befreundeten Musicaldarstellerinnen einen Podcast moderiert, bei dem wir unter anderem Roberta Valentini zu Gast hatten. Auch ihr habe ich (ungefragt) von meinem großen Wunsch berichtet. Bei ihr stieß das sofort auf offene Ohren und sie hat mich direkt bei Michael Schüller, dem Chef von Musicalpeople, empfohlen. Ein Telefonat später war ich von ihm beauftragt, und zwar für die Moderation von „Musicalpeople Symphonic“ bei den Mainau Musical Nights im Sommer 2024 auf der Insel Mainau – was ich bis heute eigentlich kaum glauben kann. Und weil dieses Konzert rundherum so ein großer Erfolg wurde, hat mich Micha gleich mit der Moderation der Weihnachtsgala „Musical Goes Christmas“ betraut. Ich bin den beiden wirklich extrem dankbar. Roberta hat die Tür für mich weit geöffnet; das hätte sie nicht für mich tun müssen, hat es aber getan. Und Michael, und auch Sören und Karin und das gesamte Musicalpeople-Team, haben mich mit offenen Armen und einem riesigen Vertrauen empfangen. Ganz groß!
So ist das Ganze also entstanden. Den Träumen nach… eine für mich wundervolle Geschichte, und hoffentlich der Start in etwas Wunderbares und Stetiges.
Was verbindest du mit dem Apollo Theater in Stuttgart?
Alles! Hier entstand meine Liebe zu Musical und Theater. Als kleiner Bub nahmen mich meine Eltern zu meinem allerersten Musicalbesuch mit, zu Miss Saigon. Ich weiß von dem Stück nicht mehr viel, aber ich weiß noch, wie mich dieser Saal fesselte. Diese Bühne, dieses Theater, dieses Große, dieses Internationale, Elegante. Da ist etwas in mir passiert, was mich bis heute nicht losgelassen hat. Seither ziehen mich Theater und Bühnen magisch an.
Dass ich nun 30 Jahre später in „meinem“ Theater selber ein kleiner Teil eines emotionsgeladenen Musicalabends werden darf, bedeutet mir alles. Ich freue mich wie ein Schneekönig – bzw. fast schon wie eine Eiskönigin. 😉

Du moderierst nicht nur die Musicalgala, sondern bist auch als Sprecher und Moderator für Firmenevents, Messen, etc. im Einsatz. Bis vor kurzem konnte man dich auch im Deutschen Theater in München im Vorderhausteam antreffen. Was begeistert dich persönlich am Meisten?
Das Musicalumfeld habe ich immer schon sehr genossen. Schon während meiner ersten Sprachausbildung habe ich im SI-Centrum bei Elisabeth und Mamma Mia in der Gästebetreuung gearbeitet. Das waren die Anfänge.
Am Deutschen Theater habe ich unzählige Shows begleitet, viele Menschen kennengelernt und sogar die Saalansagen für einige Produktionen gesprochen. Daran mitzuwirken, dass Gäste einen schönen Abend erleben, erfüllt mich mit Sinn und Stolz, auch heute noch.
Eigentlich wäre ich wahnsinnig gerne selbst Musicaldarsteller geworden, was mir aber erst vor ein paar Jahren richtig bewusst geworden ist. Lange Zeit war das für mich nicht im Bereich des Denkbaren, das hätte ich mich nie getraut.
Heute bin ich damit aber versöhnt, denn wo ich richtig zu Hause bin, ist im emotionsgeladenen Moderieren! Mit sprachlichen Mitteln für die passende Stimmung zu sorgen, das begeistert mich total. Und ob das auf einer Messe, einem Firmenevent oder einem Konzert ist – ich versuche immer, der Veranstaltung einen ganz besonderen, einzigartigen und menschlichen Touch zu verleihen.
Was ich natürlich mit Abstand am liebsten moderiere, sind Musical-Galas. Hier vereinen sich beide Welten – Moderation und Musical – perfekt für mich.
Oder um es im Musicaljargon zu sagen: Zwei Welten, eine Familie…oder: die unstillbare Gier nach Theater und Moderation.
Mit der Moderation im Apollo Theater geht ein Traum in Erfüllung. Was ist dein nächstes Ziel?
Darf ich hier mal etwas träumen? Mein großer Wunsch ist es, dass die Reise mit Musicalpeople weitergeht und ich noch viele Musical-Galas mit tollen Künstlerinnen und Künstlern moderieren darf. Da gäbe es noch wunderschöne Locations und Theater, die alle noch bespielt und entdeckt werden wollen. Die Musical-Fanbase im deutschsprachigen Raum ist ja wirklich immer begeistert dabei!
Außerdem könnte ich mir auch die Moderation einer Preisverleihung gut vorstellen, oder meinen eigenen „Musical Salon“ mit tollen Gästen aus der Musicalwelt. Ich hätte nichts dagegen, als „der Musical-Moderator“ bekannt zu werden und so meine Nische auszubauen. Daran arbeite ich.
Und sollten die Moderatoren von „Disney in Concert“ ausfallen – hier bin ich. Es klingt vielleicht überheblich, aber das traue ich mir zu 100 % zu. Danach käme wohl nur noch die Moderation der Neuauflage von Wetten, dass..? in Frage. (lacht)
Nein, es wäre einfach schön, wenn es so weitergeht und noch viele tolle Aufträge aus der Musicalwelt hinzukämen. Natürlich weiß ich, dass sowas harte Arbeit ist, und ich blicke demütig auf jede Errungenschaft, jeden Wunsch und jedes Scheitern.
Aber über seine Wünsche zu sprechen, öffnet ja manchmal Türen, wie ich weiß…
Was darf unterm Weihnachtsbaum dieses Jahr auf keinen Fall fehlen?
Wer mir eine Freude machen will: Ich nehme immer gerne Musical-Gutscheine!
Aber im Ernst: ich kann jedem nur einen Theaterbesuch ans Herz legen. Unterstützt Theater, Live-Musik, Konzerte, Musicals. Wo sonst gibt es echte Emotionen, tiefgehende Texte und zu Tränen rührende Musik? Übrigens immer von echten Menschen gemacht, ganz ohne KI.
Im Theaterumfeld sind für mich nicht zuletzt einige Freundschaften und ein großer Bekanntenkreis entstanden. Dafür bin ich dankbar, und das ist wichtiger als Materielles.
Wenn ich mir privat was wünschen darf, dann Gesundheit, ein Ort, an den ich hingehöre, immer genügend Aufträge, eine schöne Zeit mit Freunden, Liebe, und viele, viele Theaterbesuche im neuen Jahr.
++ Musical Goes Christmas, 16.12.2024, 20 Uhr, Stage Apollo Theater Stuttgart
Veranstalter: MusicalpeopleLIVE Schüller / Indrich GbR
Es gibt noch Restkarten.
https://musicalpeople.reservix.de/p/reservix/event/2259565
www.simondiez.de
www.musicalpeople.de
Fotos: Iris Steger, Klaus Schnaidt, Simon Diez (privat)
Categories: Kulturboulevard















Herzlichen Dank für das schöne Interview!
Danke für die ausführlichen Antworten 🥰